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Montag, 6. März 2017

Aufruhr in der Kulturhalle Rotenfels



Verwirrung in Bad Rotenfels




Was war nur am 02.03.17 in der Kulturhalle Bad Rotenfels los? Das haben sich wahrscheinlich viele von euch gefragt. Die Straßen um die Halle herum gesperrt, der Parkplatz davor völlig überfüllt, sogar die umliegenden Straßen voller Autos und Wohnmobile. Überall waren Polizisten unterwegs, fuhren durch die Rotenfelser Straßen und sammelten sich an der Halle. Gaggenau war und ist in aller Munde und sogar im Fernsehen – ZDF, N24, SWR und andere Fernsehsender versammelten sich an der Halle. Doch was war nun genau los?




Vergangene Woche wurde die Festhalle für eine Mitgliederversammlung der Union Europäisch-Türkischer Demokraten mit maximal 400 Besuchern angefragt. Am Abend zuvor stellte sich dann über die sozialen Netzwerke heraus, dass es sich um eine Wahlkampfveranstaltung zu dem vom türkischen Präsidenten Erdogan angestrebten Verfassungsreferendum über ein Präsidialsystem im April handelte, zu dessen Abstimmung 1,4 Millionen Türken in Deutschland wahlberechtigt sind, und zudem der türkische Justizminister Bekir Bozdag persönlich anwesend sein wird. Nachdem dessen Besuch und die Absicht der Veranstaltung in den Medien verbreitet wurden, war dann allerdings klar, dass weitaus mehr Menschen in die für maximal 500 Leute ausgerichtete Festhalle kommen würden. Der Gaggenauer Bürgermeister Michael Pfeiffer musste die inzwischen überregional bekannte Veranstaltung deshalb absagen, da die Sicherheit nicht mehr gewährt werden konnte, betonte aber, dass es keine politischen Gründe gäbe. Es kam zu kleinen Demonstrationen, aber ansonsten wurde die Veranstaltung sehr friedlich aufgelöst.

Doch aus der Türkei kamen kritische Töne, der deutsche Botschafter wurde in der Türkei einbestellt.


Lisa Böhm

Freitag, 11. November 2016

Die US-Wahl



Donald Trump – Make America Great Again!





Letzten Mittwoch (9.11.) war der Name des zum 45. gewählten US-Präsidenten wahrscheinlich auch das Gesprächsthema Nummer eins bei euch auf dem Schulhof. Viele von euch haben mit Spannung den Live-Ticker im Unterricht verfolgt und mit großer Anspannung doch noch gehofft, dass sich das Blatt wendet und Hillary Clinton die Wahl gewinnt.

Nun hält ein frauenfeindlicher, homophober und Gewalt predigender Mann eine ganze Welt in Atem und keiner scheint so richtig zu wissen, wie es weiter gehen wird.

Trumps Ankündigungen zufolge möchte er binnen seiner ersten 100 Tagen als Präsident neue Arbeitsplätze schaffen, die durch Lockerungen der Umweltauflagen entstehen sollen. Außerdem hat er angekündigt, dass Millionen illegal eingewanderte Menschen abgeschoben werden und die somit freigewordenden Arbeitsplätze wieder an US-Bürger gehen sollen. Um weitere Zuwanderungen zu verhindern, will er eine ca. 3000 km lange Mauer zwischen Mexiko und den USA bauen lassen, allerdings will er selber nicht für die Kosten aufkommen, sondern übergibt diese an Mexiko. Er wird für dieses Vorhaben von vielen Menschen verachtet, denn in unserer heutigen Welt müssten wir doch eigentlich gelernt haben, dass das Bauen von Mauern die interkulturelle Zusammenarbeit nicht verbessert, sondern Gesellschaften spaltet.

Bei vielen von euch wird die Frage aufkommen, wie kann man so einen Menschen, der glaubt Klimawandel sei von den Chinesen erfunden worden, um die US-amerikanische Produktion nicht mehr wettbewerbsfähig zu machen und alte Foltermethoden wieder einführen will, überhaupt seine Stimme geben? Gründe hierfür sind die große Angst der unteren Mittelschicht vor ihrer Zukunft. Viele Menschen, vor allem in den ländlichen Regionen Amerikas, fühlen sich von der Regierung vernachlässigt und haben in Trump einen Präsidentschaftskandidaten gefunden, der ihnen zugehört und eine gewisse und bessere Zukunft versprochen hat.

Die Frage, wieso aber unter den vielen Anhängern Trumps auch Frauen und Latinos, die er offenkundig beleidigt hat, gewählt haben, bleibt offen.

Fest steht, dass Donald Trump der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist und ab dem 20. Januar 2017 ganz offiziel die Regierung des einflussreichsten Landes der Welt übernehmen darf. Es bleibt zu hoffen, dass seine drastischen Ankündigungen doch nur heißer Wahlkampf waren und er in Wirklichkeit noch eine menschliche Seite besitzt.





Elena Höhmann

Donnerstag, 17. März 2016

Abstinent von Schokolade, Handy, Zigaretten

Die Fastenzeit






 

In vielen Religionen, wie beispielsweise dem Christentum, dem Islam oder dem Buddhismus, gibt es eine Fastenzeit. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Besinnung auf das „wirklich Wichtige“, allerdings gibt es verschiedene Arten zu fasten. Im folgenden Artikel werde ich näher auf die christliche Fastenzeit eingehen, da diese zur Zeit stattfindet.

Im Christentum beginnt die Fastenzeit nach Fasching am Aschermittwoch und endet an Ostern mit der Osternacht. Dieser Zeitraum beträgt 40 Tage, die Sonntage werden dabei nicht mitgezählt, da sonntags nicht gefastet wird.
Die Fastenzeit ist jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt, weil Ostern und Fasching variabel sind und sich nach dem Frühlingsvollmond richten, da sich Jesu Auferstehung an diesen Tagen ereignet haben soll.
Die christliche Fastenzeit hat ihren Ursprung darin, dass Jesus 40 Tage in der Wüste lebte.
Heute kann in der Fastenzeit auf  alles verzichtet werden, besonders beliebt sind Süßigkeiten, Alkohol, das Auto fahren oder auch der Verzicht auf Zigaretten. An zwei besonderen Tagen, nämlich dem Aschermittwoch, also dem 1. Fastentag, und dem Karfreitag, soll nach religiösen Regeln besonders streng gefastet werden, um dem Tod Jesu Christi zu gedenken.
Der Trend geht heutzutage auch in Richtung „Medienfasten“, also den Verzicht auf elektronische Geräte, soziale Netzwerke, das Internet oder auch nur auf das Smartphone. Oft steht dabei allerdings lediglich der Verzicht und nicht die religiöse Bedeutung des Fastens im Mittelpunkt. 



Clara Schoch

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Faktencheck Flüchtlinge



Auf der Flucht



Es ist das große Thema zurzeit, in den Medien laufen Dauerberichte und Politiker stellen sich immer wieder die Frage: „Was tun bei diesem Ansturm von Flüchtlingen?“  Zudem kursieren die absurdesten Gerüchte, insbesondere im Netz, über Flüchtlinge, die vor allem von extremistischen Gruppen wie Pegida („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) propagiert und verbreitet werden. Doch wie viele Menschen flüchten überhaupt aus ihrer Heimat? Warum nehmen sie so große Gefahren auf sich, wenn allein in diesem Jahr weit über 2000 Menschen auf der Flucht ums Leben kamen?  Und ist an diesen Gerüchten etwas dran?


Allein 2014 waren circa 13 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, derzeit sind es 60 Millionen, so viele wie seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien (ca. 3,9 Mio.), Afghanistan (ca. 2,6 Mio.) und Somalia (ca. 1,1 Mio. und fliehen in die Türkei (ca. 1,6 Mio.) und den Libanon (1,2 Mio.). Das Bundesamt für Migration verzeichnete  im ersten Halbjahr 2015 vergleichsweise wenige Anträge auf Asyl, 218.221 an der Zahl, wobei die meisten Asylbewerber in Deutschland aus Syrien, dem Kosovo oder Albanien kommen. Täglich müssen diese Menschen um ihr Überleben kämpfen, leben in Armut und Krieg. Da ist Flucht meist der einzige Ausweg, auch wenn es sie alles kostet, was sie haben. Schlapper verdienen bei einem Boot mit 200 Menschen an die 200.000€, denn meist fliehen die Menschen, die nach Europa fliehen, entweder auf dem Seeweg über das Mittelmeer in Länder, die Küstenanteile am Mittelmeer haben, wie Italien oder Griechenland, oder über den Landweg durch die Türkei oder über die Balkanroute. 


Die Gründe für eine Flucht sind sehr vielseitig. Während viele Syrer wegen dem seit vier Jahren tobenden Bürgerkrieg, bei dem sich die Regierungstruppen des Diktators Assad, diverse Rebellengruppen und Anhänger des Islamischen Staates bekämpfen, fliehen, so fliehen viele Menschen aus dem Kosovo wegen fehlender Perspektiven und Arbeitslosigkeit, sie werden oft als „Wirtschaftsflüchtlinge“ betitelt. Ihnen steht kein Asyl zu, da nur politisch Verfolgte (Grundgesetz, Artikel 16a) Asylrecht genießen. 


Viele Deutsche fürchten sich vor den riesigen Massen an Flüchtlingen, die mit wachsender Zahl nach Deutschland kommen, nicht zuletzt wegen unbegründeter Vorurteile wie „Flüchtlinge sind kriminell!“ Dabei gibt es keine Anhaltspunkte oder Statistiken, die dies belegen. Ein weiterer typischer Klassiker: „Die bekommen ja mehr Geld als Hartz-IV-Empfänger!“ oder auch „Die wollen nur unser Geld, sind zum Arbeiten aber zu faul!“ Auch dies lässt sich leicht widerlegen. Flüchtlinge erhalten Sachleistungen anstelle von Geld, im Moment liegt der Wert des Geldes, das sie für Essen und Hygieneartikel erhalten, bei 360€. Zudem dürfen Asylbewerber gar nicht arbeiten. Man sollte sich deshalb besser erst informieren und mit den Leuten in Kontakt kommen, bevor man Vorurteile aufbaut und alle in einen Topf steckt. 



Luisa Vadasi

Montag, 9. November 2015

Halloween

Rückblick Teufelsnacht


Am 31. Oktober, an Halloween, fand in Obertsrot die 8. Teufelsnacht statt. Der Abend wurde von dem Verein der  Obertsroter Schlossbergteufel organisiert, ein Verein, der seit 2000 besteht und mit seinen besonderen Holzmasken heraussticht. Gefeiert wurde in der Ebersteinhalle. 

Um 19:30 Uhr begann der Abend mit der Musik des DJ Humor, der die Stimmung anheizte. Später übernahm dann die Band „Dragon fire“ die Bühne und spielte Coversongs. Von Klassikern bis hin zu den aktuellen Charts war alles querbeet dabei, was einen Teil der Zuhörer zum Tanzen einlud. 
Das Publikum aller Altersklassen konnte an der großen Teufelsbar zwischen verschiedenen Getränken und Speisen wählen. Insgesamt war der Abend ein voller Erfolg und wir hoffen auf eine weitere Teufelsnacht im nächsten Jahr.                
                                                                                                                                                                                                                Clara Schoch

Freitag, 25. September 2015

Auslandsjahr


Informatationen zum Auslandsjahr


Einmal ins Ausland gehen, ohne Familie? Oder seine Sprachkenntnisse verbessern?


Klar geht das. Das zeigt am Samstag, den 26.Sepember die Jugendbildungsmesse „JuBi“.
 
Von 10 bis 16 Uhr informieren Veranstalter, Bildungsexperten und ehemalige Teilnehmer im Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim.
 
Ausgelegt ist das Ganze für Jugendliche von der 8. bis 13. Klasse. 

Der Eintritt ist frei!


Angebote:
  • Schüleraustausch
  • Auslandsjahr
  • Gastfamilie werden
  • High School
  • Sprachreise
  • Freiwilligendienste
  • Work & Travel
  • Au-Pair
  • Praktika
  • Studium im Ausland



Dienstag, 21. Juli 2015

Spenden für Nepal





Zur Nepalkatastrophe


Nepal liegt in Trümmern – nachdem am 24. April 2015 in Nepal, ein kleines Land zwischen Indien und China, ein zerstörerisches Erdbeben ausbrach, auf welches viele ebenso gefährliche Nachbeben folgten, befindet sich der größte Teil des Landes, welches ohnehin schon zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, nun am äußersten Rande seiner Existenz.

Nepals Haupteinkommen bestand aus Tourismus. Touristen kamen wegen des Himalaya-Gebirges (Mount Everest) und den vielen alten Tempelanlagen. Diese Tempel, von denen viele als Weltkulturerbe galten, sind nun zerstört.




Doch das wohl größte Problem zeigt die Bilanz der Katastrophe von 8200 Toten, zehntausenden Verletzten und hunderttausenden Menschen, die ihre Häuser verloren haben (Angaben von vor den Nachbeben).
Hilfe kam; aber oft zu langsam. Ganzen Dörfern konnte, aufgrund der schwierig zu erreichenden Lage, nicht schnell genug geholfen werden, um Schwerverletzten noch das Leben zu retten oder Verschüttete aus den Trümmern ihrer Häuser zu bergen.
Hinzu kam noch, dass die Rettungsaktionen oft schlecht geplant und strukturiert verteilt wurden, sodass Rettungstrupps teilweise in Gebieten ankamen, in denen gar keine Hilfe mehr von Nöten war.




Zum Hilfsprojekt „Nepal Kinder“


Seit über 20 Jahren helfen Dagmar und Jörg Overlack nun schon, dass Kinder in Nepal eine Schulausbildung bekommen, sodass diese eine Chance erhalten sich ihre Zukunft zu gestalten. Die Schulen werden ausgebessert und einzelne Kinder werden ihre komplette Schulzeit hindurch finanziell begleitet.
(Mehr zu Nepal Kinder: http://www.nepal-kinder-overlack.de )






Die Familien, die bereits durch das Projekt „Nepal Kinder“ unterstützt werden und ihre Häuser verloren haben, erhalten jeweils 500-1000€, wovon sie Materialien für den Wiederaufbau der Häuser bezahlen können



 
Informationsquellen:

Bilderquellen:













Montag, 13. April 2015

Kinderarbeit



Was hat mein T-Shirt mit Kinderarbeit zu tun?

 

Wer achtet schon beim Einkauf des neuen, coolen und angesagten H&M Shirts darauf, aus welchem Land es eigentlich kommt oder wer es hergestellt hat? Oft ist uns gar nicht bewusst, von wo und von wem unsere Klamotten kommen, obwohl wir wissen, dass es in großen Teilen der Welt, vor allem in der Textilindustrie, immer noch eine hohe Kinderarbeitsrate gibt. (Siehe Umfrage zum Thema „Kleider machen Leute“)
Viele der bei uns populären und führenden Marken in der Kleidungsindustrie, wie H&M und C&A, stehen im Verdacht, Kinderarbeit in den Entwicklungsländern zu betreiben und Minderjährige für sich produzieren zu lassen. Zwar erklären viele dieser Marken, sie achteten auf eine faire und qualitativ hochwertige Herstellung ihrer Waren, jedoch lassen sich diese Aussagen durch diverse Studien und Reportagen teilweise widerlegen, da die Marken nur ihre Unterlieferanten kontrollieren, jedoch nicht wissen, wie die Arbeitsbedingungen, unter denen diese Lieferanten wiederum ihre Ware besorgen, aussehen.
Weltweit gibt es, Schätzungen zu Folge, über 215 Millionen Kinder, die täglich unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten müssen. 25, 6% davon sind in der Textilindustrie tätig, ein Großteil dieser Kinder lebt in Asien und im pazifischen Raum sowie in Afrika, vor allem in Entwicklungsländern. Kinderarbeit ist, überraschenderweise, in vielen dieser Staaten, wie zum Beispiel in Indien (zwar nur bei Kindern unter 14 Jahren), illegal und verstößt gegen die allgemeinen Menschenrechte. 
Dennoch müssen diese Kinder täglich oft bis zu 12 Stunden körperlich harte und zum Teil lebensgefährliche Arbeiten ausrichten, sie stehen stundenlang und ohne Pause in den häufig schäbigen, einsturz- und brandgefährdeten Fabriken, Nähereien, Spinnereien und Färbereien der großen Textilhersteller. Viele von ihnen leiden aufgrund der staubigen Luft und des Kontaktes mit Chemikalien unter Atemwegs- oder Hauterkrankungen. In den Fabriken geht es streng zu, viele Kinder werden von ihren Vorgesetzen geschlagen und misshandelt, die Mädchen missbraucht. Zudem haben sie größtenteils keinen festen Arbeitsvertrag und können jederzeit entlassen werden. Dies wäre fatal für ihre Familien, denn die Familien der Fünf- bis Siebzehnjährigen sind meist sehr arm und somit auf das Geld ihres Kindes, auch wenn es nur ein magerer Hungerlohn ist, angewiesen, um überhaupt überleben zu können. Dadurch bleibt den arbeitenden Kindern keine Chance auf Schulbildung und somit auch keine Hoffnung, eines Tages einen besser bezahlten Job zu erlangen.
Wie kann es aber sein, dass Kinder, trotz des Verstoßes gegen die Menschenrechte ausgebeutet und ausgeraubt werden? Viele Regierungen in Entwicklungsländern vernachlässigen das Bildungssystem, und Eltern müssen Gebühren für den Schulbesuch ihrer Kinder bezahlen, außerdem sind die Behörden und die Polizei oft korrupt, während Kinderarbeiter aus Sicht des Arbeitgebers billige und gute Arbeitskräfte sind.
 Für die Rechte von diesen Kindern weltweit setzen sich zahlreiche Menschenrechtsorganisationen wie Terres De Hommes oder UNICEF ein, die man mit Geldspenden in ihren Unternehmen unterstützen kann.  Insbesondere sollte jedoch jeder von uns sich in Zukunft überlegen, ob er die Ausbeutung von Kindern weiter unterstützen will. Man kann zum Beispiel beim Kauf von Klamotten auf einige Siegel, die bedeuten, dass die Ware fair gehandelt wurde, achten. Dies sind zum Beispiel das Fairtrade-Siegel oder das GEPA Zertifikat.



 Luisa Vadasi



Geld für die Bildung



Bildungsausgaben in Deutschland


Von vielen als Last empfunden, von führenden Politikern als unser „höchstes Gut“ bezeichnet und für jeden von uns Pflicht: Jährlich gibt der Staat mehrere Milliarden Euro für Bildung und Forschung aus – einen großen Teil davon für Schulen. Der Schulbesuch an sich ist in Deutschland kostenlos, der Staat bezahlt Personalkosten, Inventar, Baumaßnahmen und in einem gewissen Rahmen auch Neuanschaffungen. Der (kostenlose) Zugang zu Bildung für jeden soll unsere Wirtschaft stärken und für Chancengleichheit sorgen. Qualifizierte Fachkräfte und Wissen an sich, nur durch Bildung zu erreichen, sind für unser rohstoffarmes Land von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Bis 2015 will Deutschland 10% des Bruttoinlandsproduktes, das sich 2013 auf rund 3.520.511.937€ belief, in Bildung und Forschung investieren.
2012 hat allein Baden-Württemberg 11,41 Milliarden Euro für Bildung ausgegeben, 0,78 Milliarden mehr als noch 2011. 2010 wurden pro Schüler und Jahr bundesweit durchschnittlich 6.400€ in allgemeinbildende Schulen investiert. 1995 waren es nur etwa 4.300€. Die rasant steigenden Ausgaben pro Kopf hängen zum einen mit der sich verbessernden wirtschaftlichen Lage und den höheren Bildungsstandards, aber auch dem demographischen Wandel zusammen. Da es immer weniger Schüler gibt, steigen die Ausgaben pro Kopf. Baden-Württemberg lag 2010 gemessen an den jährlichen Ausgaben pro Schüler mit 5.900€ hinter  Bremen und vor Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 11 im bundesweiten Vergleich. Davon entfallen etwa 80% auf Personalkosten (vor allem Lehrer), 12% auf die Instandhaltungskosten der Schulgebäude (z. B. Renovierungsarbeiten) und 8% auf Sachinvestitionen. Doch Schule ist nicht gleich Schule. So beliefen sich die Ausgaben für Hauptschulen in Baden-Württemberg auf 6.500€ pro Schüler und Jahr (600€ unter dem bundesweiten Durchschnitt), die für Realschulen auf nur rund 5.300€ (entspricht dem bundesweiten Durchschnitt), für Gymnasien auf 6.700€ (100€ über dem Bundesdurchschnitt) und die für Gesamtschulen sogar auf 8.175€. Diese zum Teil doch gravierenden Unterschiede sind laut Sprechern der Grün-Roten Landesregierung auf die verschiedenen Strukturen zurückzuführen (z. B. Pflichtstunden pro Woche, Ganztagesschule,…). Platz 1 belegte Thüringen mit durchschnittlich 7.700€ pro Schüler, und Schlusslicht war Nordrhein-Westfalen mit nur 5.000€. Der Staat lässt sich unsere Bildung also ganz schön was kosten, eine sinnvolle Investition in die Zukunft? Oder sollte er das Geld doch lieber den Schülern auszahlen?

Quellen:




Henrik



Freitag, 23. Januar 2015

Flüchtlinge aus Syrien bei uns am GGG



Fast jeden Tag hören wir es in den Medien: Kriegsflüchtlinge aus Syrien überschwemmen die hiesigen Flüchtlingslager und Asylbewerberheime. Die große Frage, ob und wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen soll, spaltet die Bevölkerung. Mitte Dezember 2014 brannten Unbekannte ein Asylbewerberheim in Unterfranken nieder, rechtsgerichtete Organisationen wie Pegida und Hooligans gegen Salafisten nutzen die Angst der Bevölkerung vor dem Unbekannten und der „Islamisierung“ für ihre Zwecke. Gleichzeitig finden sich tausende zu Gegendemonstrationen zusammen, bieten ihre ehrenamtliche Hilfe an oder spenden für die Betroffenen. Um uns ein eigenes Bild zu machen haben wir, die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9d, eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien, die in Gernsbach in einem umfunktionierten ehemaligen Gasthof lebt, zu uns ans GGG eingeladen. 



Die drei Geschwister Farah, Ghazal und Mohammed waren zusammen mit ihrer Mutter Salwa in einem völlig überfüllten Boot aus Lybien, wo sie nach der Flucht aus Syrien zwei Jahre lebten, nach Europa geflohen. Die Gründe hierfür waren einerseits die ständige Bedrohung des eigenen Lebens auch in Lybien und die Diskriminierung dort. Der Vater befand sich zu dieser Zeit in der Türkei, wo er einen Job gefunden hatte und konnte nicht zurück zu seiner Familie. Das Boot havarierte bei totaler Finsternis inmitten des Mittelmeers und die Passagiere erlitten Todesangst, bis sie von der italienischen Marine gefunden und aufgenommen wurden. In Europa angekommen entschieden sie sich für die Weiterreise nach Deutschland, da ihnen Deutschland aus Syrien als Garant für Qualität bekannt war und sie das Erlernen der deutschen Sprache auch für ihre Zukunft als sinnvoll erachteten. Sie wurden in Mannheim von der Polizei abgefangen und kamen von dort über Umwege nach Gernsbach, wo noch im Dezember der Vater Bassem, der die etwa 1.800 km lange Strecke nach Deutschland größtenteils zu Fuß zurückgelegt hatte, zu der Familie stieß.

In Syrien wohnte die Familie in einem geräumigen Haus im Regierungsviertel von Damaskus, der Vater war Inhaber einer kleinen Firma und als Innenarchitekt bzw. Ingenieur tätig. Die drei Geschwister waren gut in der Schule und lernten dort neben den üblichen Fächern auch Englisch, alle wollen studieren. Ihr Haus haben sie nun den Verwandten, die noch in Syrien sind, zur Verfügung gestellt, da deren Häuser zerstört wurden. Sie sind mit diesen noch in Kontakt, und es ist unvorstellbar für uns, was diese Menschen durchmachen müssen. Immer mit dem Tod rechnen zu müssen und nicht zu wissen, ob man den nächsten Tag noch erlebt, muss die Hölle auf Erden sein.

Mich persönlich hat besonders berührt, dass es Jugendliche sind wie wir. Jugendliche, die die gleichen Wünsche, Hoffnungen, Ängste und Sorgen haben und die nun alles verlassen und ihre Heimat, ihre Freunde und ihre Familie zurücklassen mussten, was ihnen keinesfalls leicht fiel. Allein die Tatsache, dass sich Vierzehnjährige mit dem Gedanken, jeden Moment zu sterben, beschäftigen müssen, hat mich sehr schockiert.

Auf die Frage hin, was sie uns gerne wissen lassen wollen, antwortete mir Farah, dass alle Syrer, die nach Europa gekommen sind, die Hölle durchlebt haben und der Tod allgegenwärtig war und dass jede Familie in Syrien mindestens eine geliebte Person, ein Familienmitglied, einen sehr guten Freund im Laufe des Krieges verloren hat. Und dass niemand von denen, die jetzt zu uns kommen, freiwillig seine Heimat und seine Verwandtschaft dort verlassen hat. Beeindruckend finde ich, wie dankbar und zielstrebig diese Jugendlichen trotz all dem Schrecklichen, das sie durchgemacht haben, noch sind und mit welchem Engagement sie nun versuchen, unsere Sprache zu erlernen. Ihr jetzt größter Wunsch ist es, arbeiten gehen zu können, sich eine Wohnung oder ein kleines Haus zu kaufen und sich hier ein neues Leben aufbauen zu können. Doch dieser Wunsch wird ihnen nicht erfüllt, seit Monaten warten sie schon auf die Aufenthaltsgenehmigung, die ihnen zwar sicher ist, jedoch noch nicht ausgestellt wurde. Bis dahin müssen sie nun zu fünft in zwei kleinen Räumen leben. Ein großer Schritt in Richtung neues Leben war der Platz in einer Schulklasse für Schüler ohne Deutschkenntnisse. Obwohl deren Besuch freiwillig ist, nehmen sie jeden Tag den Weg dorthin auf sich, um Deutsch zu lernen und, sobald sie die Aufenthaltsgenehmigung haben,  auf eine reguläre Schule wechseln zu können.



Henrik Stumpf



Nachtrag der Redaktion: Seit dem 12. Januar 2015 besuchen die drei Geschwister das GGG.