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Dienstag, 10. Mai 2016

Rezension zu "Terror"



TERROR

 


 
                             Bild: Theater Baden-Baden


Am 23. April besuchten wir mit unserer Klasse, der 10c, das Theaterstück „Terror“ von Ferdinand von Schirach im Theater Baden-Baden - ein Stück, das einen so schnell nicht mehr loslässt. 

Vor dem Theaterstück konnte man eine halbe Stunde vorher eine Einführung zu dem Theaterstück im Spiegelsaal besuchen. Dies war eine sehr gute Möglichkeit, schon davor etwas über das Stück zu erfahren.

„Terror“ ist ein Theaterstück, das nicht vor dem Publikum, sondern mit dem Publikum abläuft. Die Zuschauer werden zu Schöffen in der Gerichtssitzung, die selbst mitbestimmen können, wie es ausgeht. Die Bühne ist direkt vor der ersten Reihe aufgebaut. Außerdem kann man während der Vorstellung oder in der Pause Kommentare über SMS, Twitter oder Facebook schreiben, die dann auf Bildschirmen eingeblendet werden. Am Ende darf das Publikum mithilfe von Abstimmungsgeräten das Urteil fällen. Bisher fiel die Abstimmung in Baden-Baden immer gegen eine Verurteilung aus. Es wird gleich am Anfang und noch einmal am Ende abgestimmt. Die Abstimmung am Ende entscheidet dann darüber, welches Schlussplädoyer gehalten wird.

„Terror“ handelt von dem Major der Luftwaffe Lars Koch. Terroristen hatten ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen übernommen und wollten sich nun in die vollbesetzte Allianzarena stürzen. Damit hätten sie 70 000 weitere Menschen umgebracht. Trotzdem kam der Befehl, das Flugzeug nicht abschießen zu lassen, sondern in die Arena stürzen zu lassen. 20 Minuten vor dem Absturz entscheidet Lars Koch auf eigene Verantwortung ein Luft-Luft-Lenkkörpergeschoss auf das Passagierflugzeug zu schießen.
Nun steht die Frage: Muss Lars Koch verurteilt werden oder nicht? Auf der einen Seite hat er 70 000 Menschen das Leben gerettet. Er kann sich auf den übergesetzlichen Notstand berufen, weil er sich bestimmt unter Anspannung aller Gewissenskräfte entschieden hat. Außerdem hätte das Stadion eigentlich evakuiert müssen. Da das nicht passiert ist, war dies die einzige Möglichkeit, den Zuschauern das Leben zu retten. Die 164 Passagiere wären so oder so gestorben. Lars Koch hat das kleinere Übel gewählt. Auf der anderen Seite ist er schuld an dem Tod von den 164 Passagieren, es hätte ja auch noch passieren können, dass diese das Cockpit übernehmen oder der Pilot die Maschine am Ende noch hochzieht. Kann man Leben gegen Leben abwiegen? Kann man 164 unschuldige Menschen töten, um 70 000 Menschen das Leben zu retten? Demnach könnte man einen schwer erkrankten Patienten früher sterben lassen, um mit dessen Organspende mehreren anderen Menschen das Leben zu retten. Wäre das richtig? Die Menschen im Passagierflugzeug waren Lars Koch genauso wehrlos ausgesetzt wie den Terroristen. Sie wurden nicht gefragt, sie wurden einfach getötet. Das widerspricht der im Grundgesetz festgehaltenen Würde des Menschen. 


Abschließend kann man sagen, dass Terror ein sehr mitreißendes Stück ist. Die Geschichte ist zwar frei erfunden, in unserer heutigen von Krieg und Terroranschlägen geprägten Welt wäre so eine Situation aber durchaus möglich. Eine Entscheidung gegen oder für eine Verurteilung ist sehr schwer, da auf beiden Seien sehr starke Argumente stehen. Das Theaterstück beschäftigt einen auch noch lange über den Abend heraus. Die Schauspieler spielen sehr überzeugend und authentisch, vor allem Michael Lariccia fiel uns positiv auf.
„Terror“ wird am 21.05.16 noch ein letztes Mal im Theater Baden-Baden gezeigt (http://theater.baden-baden.de/stuecke/theater/terror/).



Lisa Böhm, Fabian Rickers
 

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