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Montag, 8. Dezember 2014

„Dark Places“ von Gillian Flynn







„Finstere Orte“, so heißt das zweite Buch der Autorin Gillian Flynn, deren Bestseller „Gone Girl“ ab dem 2. Oktober auf den Kinoleinwänden zu sehen war. Das Buch erschien in der zweiten Auflage im März 2014 beim Fischer Verlag.
Das Buch erzählt die Geschichte von Libby Day, die im Alter von sieben Jahren ein Massaker, bei dem ihre beiden Schwestern und ihre Mutter umkamen, nur knapp überlebte. Sie versteckte sich damals im Garten, als sie die Schüsse und ängstlichen Schreie hörte. Später beschuldigt sie ihren Bruder in einigen Gerichtsverfahren, der daraufhin des dreifachen Mordes verurteilt wird. 25 Jahre später ist aus Libby eine erwachsene Frau geworden, die die psychischen Schäden ihrer Kindheit nie richtig überwinden konnte. Sie trinkt häufig, leidet an Depressionen und bleibt oft tagelang im Bett. Überleben kann sie nur durch einen Spendenfond, der nach dem Massaker aus Mitleid von fremden Personen für sie eingerichtet wurde. Sie lebt, und doch ist es so, als hätte ihr Leben nach jener Nacht für immer geendet. Doch immer mehr Menschen zweifeln an der Schuld ihres Bruders, der verurteilt wurde, obwohl sie damals als nicht zurechnungsfähig galt. Sie muss ihre Vergangenheit aufarbeiten und findet nach und nach heraus, was in jener verhängnisvollen Nacht wirklich geschah, wodurch sie selbst in Lebensgefahr gerät.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Erwachsenen Libby in der Gegenwart und immer wieder dazwischen erhält man Einblicke in das Leben ihres Bruders Ben und ihrer Mutter Patty vor und während der alles verändernden Nacht.
Beim Lesen war ich immer wieder hin und hergerissen zwischen Hass und Mitleid gegenüber Libby, die ihr Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Die Protagonistin macht es einem nicht leicht, sie zu mögen, aber genau diese Hassliebe macht das Buch für mich so einzigartig und spannend. Je weiter man liest, desto mehr kann der Leser die Geschehnisse begreifen und wird so immer weiter in den Bann der damaligen Nacht hineingezogen. Die Geschichte wird immer verzwickter, aber gleichzeitig erschreckend brutal und real. Für mich ein Thriller, den sicherlich nicht jeder mögen wird, der mich aber doch noch mehr fesseln konnte als Gillians „Gone Girl“.

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