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Mittwoch, 6. Mai 2015

Aus dem Deutschunterricht (Krug)



Von der Bildschriftrolle zum Kult-Comics




Die japanischen Bildergeschichten und Zeichentrickserien erfreuen sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit.



Pokémon, Dragonball, Naruto, … Fast jeder kennt mindestens einen von diesen Titel. Seit Ende der 1990er herrscht in Deutschland ein regelrechter „Manga- und Anime-Boom“. Und auch in der Videospielwelt hat sich dieser Kult verbreitet. Aber wie sind die japanischen Bildergeschichten überhaupt entstanden?

Die Geschichte der Manga beginnt Anfang des 12. Jahrhunderts in Japan. Hier wurden auf Bildschriftrollen, sogenannten „Chojujingiga“ Darstellungen von Tieren und shintoistischen Fabelwesen gezeichnet. Während  der Edo Zeit, dem japanischen Hochmittelalter (1600-1868), entstanden kleine Hefte mit Bildergeschichten und ergänzendem Text, die „Kibyôshi“ („Bücher mit gelben Umschlag“). Im 19. Jahrhundert entstanden dann die „Emakimono“, Querrollen, auf denen mit farbigen Bildern eine Geschichte erzählt wurde und die man zum Lesen aufrollen musste. Sie gelten als Vorgänger der Animes.

Zu Beginn der Meji Zeit (1868) öffnete sich das zuvor von den anderen Ländern abgeschirmte Japan gegenüber dem Westen. Dabei kam es zu einem Kulturaustausch und die Manga gelangten erstmals nah Amerika und Deutschland.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Manga hauptsächlich zur Kriegpropaganda verwendet und deshalb verboten. In der Nachkriegszeit sehnte sich die Bevölkerung nach Ablenkung und so begann eine Blütezeit der japanischen Comics. Manga erfreuten sich immer größerer Beliebtheit, es entstanden Leichbüchereien und die Verkaufszahlen stiegen stetig.

Der große Erfolg dieser Comics liegt vor allem in der riesigen Genrevielfalt: Es gibt für jedes Alter und Thema ein eigenes Genre.

Zum einen gibt es die „Yonen“ für Kinder bis etwa 10 Jahren, also Grundschüler. Ein großer Unterschied zu den bisher erschienen Comics ist das es nun auch spezielle Manga für Mädchen von 10-18 Jahren, die zuvor kaum Interesse an den Bildergeschichten gezeigt hatten, nun aber durch den neu entstandenen Genre „Shojo“ große Begeisterung zeigen. Das Genre für Jungen desselben Alters nennt man „Shonen“. Sie handeln meist von Abenteuer und Fantasy. Auch für Erwachsene sind Manga erschienen, für Frauen heißen sie „Redisu“ und für Männer „Seinen“. „Seijin“ beinhalten ernstere Themen. Selbst für Senioren gibt es ein extra Genre, den „Silver Manga“.

Ich bin von der großen Genrevielfalt der Mangas und Animes sehr begeistert, es gibt zu fast jedem Thema einen Anime oder Manga. Auch der Zeichenstil gefällte mir sehr, da es auch nicht immer große Köpfe mit Kulleraugen sind, sondern viele Charaktere recht realitätsnah gezeichnet werden, abgesehen von den Frisuren, die anscheinend keine Schwerkraft kennen. Aber mir gefällt auch das Erzähltempo und die Paneleinteilung, in denen man manchmal auch nur eine Landschaft sieht.





von Annie Blaha

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